Wenn die Temperaturen steigen, freuen wir uns über sonnige Tage – doch für unsere Hunde bedeutet Bewegung bei Wärme eine enorme körperliche Belastung. Während wir Menschen über den ganzen Körper schwitzen, kühlen sich Hunde primär über das Hecheln ab. Wusstest du, dass 74 % aller hitzebedingten Erkrankungen beim Hund durch Training oder körperliche Belastung entstehen?
Als tierschutzqualifizierte Hundetrainerin im Bezirk Liezen liegt mir die Sicherheit deiner Fellnase besonders am Herzen. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du Hitzerisiken frühzeitig erkennst, dein Training anpasst und im Notfall richtig reagierst.
Warum Hitze für Hunde so gefährlich ist
Hunde erzeugen bei Muskelarbeit viel Wärme. Das Problem: Sobald die Luftfeuchtigkeit über 60 % steigt, funktioniert die Abkühlung durch Hecheln spürbar schlechter; bei über 70–80 % sinkt die Kühlleistung gegen null.
Wichtig: Schon moderate Temperaturen und gewohnte Alltagsübungen können dazu führen, dass ein Hund überhitzt. Es gibt keine "sichere" Trainingsdauer – entscheidend ist immer das Gesamtpaket aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Belastung, Akklimatisierung und dem individuellen Hundetyp.
Wer gehört zur Hochrisikogruppe?
Besondere Vorsicht gilt bei folgenden Hunden:
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Brachycephale Rassen (stumpfschnäuzige Hunde wie Mops, Französische Bulldogge)
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Sehr junge (< 2 Jahre) oder ältere Hunde (> 12 Jahre)
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Übergewichtige Hunde oder Hunde mit Herz-/Atemwegserkrankungen
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Hunde mit sehr dichtem oder dunklem Fell
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Hunde, die noch nicht akklimatisiert sind (die Eingewöhnung dauert etwa 4 bis 20 Tage)
Der Hitzerisiko-Check vor dem Training
Beantworte vor jeder Trainingseinheit kurz diese Punkte für dich:
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Tageszeit: Liegen die Übungen in den kühlen Morgen- oder späten Abendstunden?
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Schatten & Luft: Gibt es vor Ort Schattenplätze und eine leichte Brise?
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Wasser: Ist genügend frisches Trinkwasser jederzeit frei zugänglich?
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Temperatur-Check:
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Ab 25 °C: Erhöhtes Risiko – Aktivität deutlich reduzieren.
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Über 25 °C: Nur noch sehr leichte Arbeit.
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Über 30 °C: Keine intensiven Einheiten mehr, Beschäftigung nur in gekühlter Umgebung oder im kühlen Schatten. (Achtung: Bei hoher Luftfeuchtigkeit verschieben sich diese Schwellen um 5 bis 7 °C nach unten!)
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Frühwarnzeichen: So erkennst du Hitzerat- & Stresssignale
Achte während des Trainings ganz genau auf das Verhalten und die Körpersprache deines Hundes:
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Verhalten & Körpersprache: Das typische „breite Hecheln“ (Smiling), eine sehr breite, lang gestreckte und dunkelrote Zunge oder angespaninte Gesichtsmuskeln.
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Suchverhalten: Der Hund sucht gezielt Schatten oder Wasser, verweigert die Weiterarbeit oder setzt/legt sich einfach hin.
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Aufmerksamkeit: Verzögerte Reaktionen auf Signale, Konzentrationsverlust oder Abbrechen von Übungen.
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Motorik: Der Hund wirkt langsamer, trägt den Kopf tiefer, wirkt schwerfällig oder zeigt Unsicherheiten beim Laufen.
Richtiges Trainingsdesign & Aktive Kühlung
Damit dein Hund auch im Sommer ausgelastet bleibt, ohne seine Gesundheit zu gefährden, passe das Training so an:
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Kurze Intervalle: Max. 10–15 Minuten Arbeit, gefolgt von langen Pausen (20–40 Minuten im kühlen Schatten).
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Aktive Kühlung anbieten: Biete deinem Hund Bäche oder einen Hundepool zum Eintauchen an. Auch Kühlwesten oder die Kühlung durch Verdunstung (Wasser + Luftbewegung) helfen. Hinweis zu nassen Tüchern: Nur bei Luftbewegung nutzen, da sonst ein Wärmestau entstehen kann!
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Hitze-Peak nach dem Training: Bedenke, dass die Körpertemperatur oft erst 10–15 Minuten NACH der Belastung ihren Höchststand erreicht. Beobachte deinen Hund nach dem Training weiter und setze ihn keinesfalls sofort in ein aufgewärmtes Auto!
Merksatz: Cool first – transport second! Erst den Hund abkühlen, dann transportieren.

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LEBENSGEFAHR: Hitzschlag erkennen & richtig handeln
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall! Zeigt dein Hund eines der folgenden schwere Warnsignale, musst du sofort handeln:
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Gehirn & Verhalten: Schwanken, Unfähigkeit zu gehen, Benommenheit, Verwirrung, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit.
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Kreislauf: Blasse/graue Schleimhäute, kalte Beine/Pfoten, sehr schwacher Puls, blutiges Erbrechen oder Zusammenbruch.
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Körpertemperatur: Eine Temperatur ab 41 °C ist ein akuter Notfall, ab 43 °C besteht unmittelbare Lebensgefahr.
Was im Notfall sofort zu tun ist:
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Training augenblicklich abbrechen.
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Den Hund sofort aktiv an einen kühlen Ort bringen und kühlen.
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Umgehend tierärztliche Hilfe kontaktieren!
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Die wissenschaftlichen Grundlagen und Leitlinien zu diesem Thema stammen vom Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Wien.